Der langjährige ehemalige Hürther Bundestagsabgeordnete und Landrat a. D. des Rhein Erft Kreises, Klaus Lennartz (SPD), bedauert das Scheitern des CCS-Gesetzes: „Das Gesetz ist eine entscheidende Voraussetzung für die Umsetzung der Klimaschutzziele in Deutschland.“ Die CDU-Bundestagsfraktion hatte Ende Juni überraschend beschlossen, ein CCS-Gesetz nicht mehr in der laufenden Legislaturperiode zu verabschieden. Ein neuer Anlauf für ein solches Gesetz wird nicht vor 2010 möglich sein. Damit steht auch die Realisierung des von RWE vor allem zu Demonstrationszwecken geplanten klimafreundlichen Kraftwerks auf dem Knapsacker Hügel in Hürth mehr als in Frage. Lennartz: “Ich halte es für unverantwortlich, dass die CDU ein so wichtiges Vorhaben der Parteitaktik opfert. Hier werden Milliarden-Investitionen in zukunftsweisende Technologien und der Vorsprung beim Knowhow für den Bau solcher Hightech-Anlagen leichtfertig verspielt.“ Insbesondere beim regionalen Mittelstand in Hürth und dem Rhein-Erft-Kreis hätte das Milliardenprojekt für Aufträge gesorgt und Arbeitsplätze gesichert, so der Sozialdemokrat weiter.  In diesem Zusammenhang fordert Lennartz vor allem auch die RWE-Betriebsräte zu einer dezidierten Stellungnahme auf. Die CCS-Technologie ermöglicht die Abscheidung und unterirdische Speicherung von CO². Das geplante Kraftwerk in Hürth soll mit heimischer Braunkohle betrieben werden. Die Anlage mit einer voraussichtlichen Bruttoleistung von etwa 450 MW könnte bei einem optimalen Planungs- und Umsetzungsverlauf bereits 2014 ans Netz gehen. Insgesamt würde sich das Investitionsvolumen für das Kraftwerk sowie für den Transport und die Speicherung von CO2 auf cirka zwei Milliarden Euro belaufen.

 

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