Gehen Sie zum Essen auch schon in die Suppenküche? Noch nicht ?

Sie haben Ihr ganzes Leben lang gearbeitet und fleißig in die Rentenkasse eingezahlt?

Möglicherweise wird Ihnen das aber nicht helfen – das Statistische Bundesamt hat Zahlen vorgelegt, nach denen jeder Fünfte von Altersarmut bedroht ist.

Davon betroffen sind keinesfalls nur Geringverdiener, sondern auch Millionen von Normalverdienern.

Selbst wer 35 Jahre lang Vollzeit gearbeitet hat, muss sich wegen des stark abgesenkten Rentenniveaus, auf Altersbezüge im Bereich der Sozialhilfe einstellen – oder so gar darunter.

Das wird breite Bevölkerungsschichten treffen: Handwerker und Arzthelferinnen, Postboten und Krankenschwestern, Busfahrer, Altenpfleger und Angestellte, Kindergärtnerinnen und Verkäufer.

Die Rente ist ein Spiegelbild des Erwerbslebens. Niedriglohn heute bedeutet niedrige Rente morgen!

Armut – und zwar Altersarmut wie Erwerbsarmut – muss da bekämpft werden, wo sie entsteht. Deshalb ist es notwendig einen gerechten Mindestlohn einzuführen, der es jedem in einer Vollzeittätigkeit ermöglicht, eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu erwirtschaften.

Die geplante Absenkung des Renteniveaus von heute 51 Prozent auf 43 Prozent bis zum Jahr 2030 führt dazu, dass Alter hierzulande irgendwann mit Armut gleichgesetzt wird. Wenn es nicht anders geht, muss das Rentenniveau auf dem heutigen Stand eingefroren werden. Das hat eventuell eine Steigerung der Rentenbeiträge bzw. Erhöhung der Steuern zur Folge.

Viele ältere Menschen haben heute schon kaum mehr genügend Geld zum Leben. Dennoch laufen staatliche Zuschüsse, wie die seit fast zehn Jahren gesetzlich verankerte Grundsicherung, ins Leere.

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler Stiftung geht davon aus, dass nur ein Drittel derer, die eigentlich Anspruch auf Grundsicherung im Alter hätten, diesen auch geltend machen – sei es aus Scham, aus Stolz oder aus Unwissenheit.

Mich wundert das nicht: Menschen, die 30, 40 Jahre lang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben, zum Sozialamt schicken?

Mit gesellschaftlicher Solidarität und Anerkennung individueller Lebensleistung hat das sicher nichts zu tun!

Deshalb gilt jetzt umso mehr: Jeder muss von seiner Hände Arbeit leben können und jeder, der ein Leben lang gearbeitet hat, muss auch von seiner erwirtschafteten Rente leben können!

Gut, dass es Suppenküchen gibt, aber wir sollten gemeinsam daran arbeiten, dass sie in Zukunft überflüssig werden.

 

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