Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmitteln. Seit dem Jahr 1900 liefert das Hürther Wasserwerk an der Luxemburger Straße in Efferen Trinkwasser an alle Hürther Haushalte. Insgesamt fördern sieben Brunnen 3,8 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr.

Die Tagesabgabe an Trinkwasser schwankt zwischen 9.000 Kubikmeter im Winter und bis zu 15.000 Kubikmeter an einem heißen Sommertag.

Unser Hürther Trinkwasser schmeckt köstlich. Es wird als bestüberwachtes Lebensmittel regelmäßig das ganze Jahr über beprobt. Die Stadtwerke Hürth führen eine Vielzahl von chemischen und bakteriologischen Analysen durch und garantieren so die gleichbleibend hohe Qualität. Sehr beruhigend.

Nun droht allerdings unserer Wasserversorgung aus kommunaler Hand Gefahr aus der EU, genauer aus Brüssel.

Denn auf europäischer Ebene wird derzeit eine neue Richtlinie zu den Dienstleistungskonzessionen beraten. Sie sieht vor, dass Kommunen ihre Wasserversorgung unter bestimmten Bedingungen europaweit ausschreiben müssen.

Kommunale Versorger wie unsere Stadtwerke Hürth, die neben der Wasserversorgung auch noch in anderen Bereichen die öffentliche Daseinsvorsorge – z. B. die Energieversorgung und den öffentlichen Personennahverkehr garantieren – müssten sich nach Ablauf einer Übergangsfrist internationalen Großkonzernen in einem europaweiten Vergabeverfahren stellen.

Diese „drohende Privatisierung“ der Wasserversorgung durch die Hintertür, lehnen viele Politiker über alle Parteigrenzen hinweg genauso ab, wie Kommunal- und Verbraucherverbände – und das aus gutem Grund.

Wasser darf niemals zum Spielball kommerzieller Interessen werden – es ist unser wichtigstes Lebensmittel. Die Trinkwasserversorgung muss in der Hand eines städtischen Unternehmens in der Region bleiben. Nur so stehen nicht Gewinnmaximierung und kurzfristige Renditeerwartungen im Vordergrund, sondern die langfristig gesicherte Wasserversorgung in bester Qualität und zivilen Preisen.

Denn um die hohe Qualität des Hürther Trinkwassers auch für kommende Generationen zu sichern, betreiben die Stadtwerke einen gewaltigen Aufwand. Durch sieben Brunnen wird das Grundwasser aus einer Tiefe zwischen 60 und 110 Metern gewonnen. Es enthält noch überschüssige Kohlensäure sowie Eisen- und Mangan-Anteile. Bevor das Wasser als Trinkwasser aus unseren Wasserhähnen sprudelt, wird es in einem komplizierten Verfahren so aufbereitet, dass es alle Bedingungen der Trinkwasserverordnung erfüllt und ins Netz gespeist werden kann.

Ein privater Konzern, bei dem naturgemäß die Renditeerwartungen seiner Aktionäre an erster Stelle steht, würde niemals so nachhaltig in den Erhalt der Wasserqualität investieren, wie ein kommunales Unternehmen, das der Daseinsvorsorge für die Bevölkerung verpflichtet ist. Die Verlierer wären wir Verbraucher, die mit sinkender Qualität und steigenden Preisen rechnen müssten!

Die Wasserversorgung muss deshalb aus der geplanten EU-Richtlinie herausgenommen werden, wie dies deutsche EU-Abgeordnete bereits parteiübergreifend gefordert haben. Sollte dieser Vorschlag keine Mehrheit finden, muss das Europäische Parlament die Richtlinie ablehnen.

Deshalb unterstütze ich die Europäische Bürgerinitiative „right2water“ – und möchte gerne alle Hürtherinnen und Hürther aufrufen, ebenfalls, diese Petition gegen die EU-Konzessionsrichtlinie auf der Internetseite www.right2water.de zu unterschreiben… Das ist kostenfrei und hoffentlich wirkungsvoll. Vielen Dank für Ihre Aktivität.

Ihr Klaus Lennartz

 

 

13-03-27Trinkwasser

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