Klaus Lennartz fordert: Alle Schulen sollten mit Internet-Kapazitäten von mindestens 100 Mbit/s ausgestattet sein, um den digitalen Anschluss nicht zu verpassen.

Schon seit langem setzt sich Klaus Lennartz für eine bessere IT-Ausstattung und Internetanbindung der Schulen des Rhein-Erft-Kreises ein. Vorbildcharakter hat da etwa Köln, wo die Schulen von der Unternehmensinitiative NetColognes „Schulen im NetCologne Netz“ (SiNN) profitierten und nunmehr mit einem schnellen Internet ausgestattet und auch untereinander vernetzt sind. In seinem Ausbaugebiet bietet NetCologne kostenfrei Anschlüsse für das pädagogische Netz in Schulen (für Grund- und Förderschulen 25 Mbit/s, für weiterführende Schulen 50 Mbit/s im Downstream).

Damit die Schulen nicht den Anschluss an die digitale Entwicklung verlieren, sei es nach Meinung von Lennartz dringen notwendig, dass sie mindestens mit Anschlüssen von 100 Mbit/s ausgestattet werden. Nur so ließe sich sinnvoll mit innovativen Lehrmitteln wie Smartboards und iPads arbeiten.

Aus einer Anfrage Lennartz‘ nach der Breitbandversorgung und der WLAN Netze in den Schulen der verschiedenen Städte des Rhein-Erft-Kreises ergibt sich ein differenziertes Bild.

Vorbildlich agiert die Stadt Brühl. Hier plant NetCologne momentan kostenfrei die LWL-Anbindung (Glasfaserkabel) der weiterführenden Schulen und baut das WLAN aus. So wird die bisherige Anbindung der insgesamt 13 Brühler Schulen über die alten DSL-Leitungen durch einen Glasfaserbasierten Anschluss ersetzt. Bis Anfang September waren bereits die ersten sechs Schulen am neuen Netz, die anderen folgen nun schrittweise. Damit bietet Brühl eine gute Blaupause für alle Kreiskommunen.

Auch Hürth nimmt an dem SiNN-Programm NetColognes teil und wird seit Anfang des Jahres sukzessive mit Bandbreiten von 25 Mbit/s für Grundschulen und 50 Mbit/s für weiterführende Schulen ausgestattet, wie Bürgermeister Dirk Breuer mitteilte. Aktuell gearbeitet wird auch an einem Ausbau sicherer und performanter WLAN-Netze. Die weiterführenden Schulen sind bereits oder sollen zeitnah mit WLAN ausgestattet sein. Wie weit die Grundschulen angeschlossen werden, entscheide sich nach einem Pilotprojekt an der Bodelschwingh-Schule, so Breuer

Auf einem guten Weg ist bereits Erftstadt. Die Schulen verfügen, je nach Standort, über eine Breitbandversorgung zwischen 50 und 100 Mbit/s. WLAN sei erst seit kurzem von den Schulen gewünscht worden, weshalb man sich im Rahmen von NetColognes Programm „Gute Schule 2020“ an einer flächendeckenden Anbindung beteiligen werde, wie Uwe Gebs vom Amt für Schulverwaltung mitteilte.

In Wesseling sind alle Schulen an das Internet angeschlossen. Die sechs Grundschulen sollen in nächster Zeit mit einem 50 Mbit/s zu 10 Mbit/s Anschluss ausgestattet werden, zwei von ihnen, die Schillerschule und die Albert-Schweitzer- Schule, erhalten einen 25 zu 5 Mbit/s Anschluss bis Ende Februar, für die weiteren Grundschulen müssten die Maßnahmen noch geplant werden, so Bürgermeister Erwin Esser. Das Schulzentrum habe einen 100 zu 40 Mbit/s Internetanschluss, der noch technisch in ein WLAN eingebracht wird. Während die Realschule voll mit strukturierter Verkabelung ausgestattet ist, hängt die Ausstattung des Gymnasiums und der Hauptschule von dem Fahrplan zur Sanierung des gesamten Schulzentrums zusammen. Die WLAN Struktur sei in Wesseling dagegen sehr unterschiedlich, so Esser. Im Schulzentrum sind Teile des Zentralgebäudes und die Realschule mit der notwendigen IT-Infrastruktur ausgestattet, ebenso wie die Rheinschule. Dort könne nach vorhandenen Mitteln zeitnah ein WLAN Netzwerk installiert werden. Ein entsprechender „Masterplan“ müsse noch erstellt werden.

Von der kostenlosen Internetanbindung NetColognes mit den Bandbreiten 50 zu 10 Mbit/s in den weiterführenden Schulen und 25 zu 5 Mbit/s in den Grundschulen profitieren, bis auf eine kleinere Grundschule, auch die Schulen in Bedburg. Eine Anbindung an das Glasfasernetz sei beantragt, meint Bürgermeister Sascha Solbach. Die Umsetzung des WLAN-Konzeptes in allen städtischen Schulen soll bis Ende 2018 erfolgen.

Die Schulen in Kerpen profitieren von dem Telekom T@School Anschluss mit einer Bandbreite von 6.000 Kbit/s bis 16.000Kbit/s. Man sei aber in Gesprächen mit NetCologne und würde dort, wo eine höhere Bandbreite realisierbar sei, die Anschlüsse umstellen, teilte Bürgermeiste Dieter Spürck mit. Mit gesicherten WLAN Netzen seien demnach nur die Gesamt- und die Realschule ausgestattet. Eine Versorgung mit Glasfaser-Technik soll mit der finanziellen Unterstützung aus dem Breitbandförderprogramm des Bundes erfolgen. Eine Entscheidung hierüber sei noch nicht gefallen.

Nahezu gleichlautend fällt auch die Antwort des Bergheimer Bürgermeisters Volker Mießeler aus. Auch die Schulen in der Kreisstadt verfügen über Internetanschlüsse der Telekom im Rahmen der Initiative T@School Anschluss mit Bandbreiten von bis zu 16 Mbits. Man führe derzeit bereits Gespräche mit Netcologne über leistungsfähigere Alternativen – insbesondere auch in Hinblick die Möglichkeiten einer zeitnahen Glasfaseranbindung der Bergheimer Schulen. 14 der 18 Schulen in der Stadt verfügen bereits über flächendeckendes WLAN – die WLAN Netze werden ebenfalls in naher Zukunft wei8ter ausgebaut.

Klaus Lennartz  dankt den Kommunen, die sich an seiner Umfrage beteiligt haben und meint: „Bildung ist unsere wichtigste Ressource, die Vermittlung digitaler Kenntnisse in der Schule ist von enormer Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Die Voraussetzung dafür ist eine zeitgemäße IT-Infrastruktur unserer Schulen. Ob und in welchem Umfang digitale Inhalte in den Unterricht einfließen, darf nicht davon abhängig sein, wo ein Schüler zu Schule geht. Deshalb setzte ich mich hier dafür ein, dass alle Schulen im Kreis Zugang zu schnellem Internet haben und über performante WLAN Netze verfügen.“

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