Aus dem Kölner Stadtanzeiger vom 16. Juli 2018:

„Ich freue mich ganz besonders, heute im Rahmen des Hoffestes einen Politiker ehren zu dürfen, der sich seit Jahrzehnten um das Handwerk im Rhein-Erft-Kreis mehr als verdient gemacht hat.“ Mit diesen Worten leitete der Obermeister der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft, Helmut Klein, die Ehrung des früheren Landrates, ehemaligen Bundestagsabgeordneten und heutigen SPD-Ehrenvorsitzenden Klaus Lennartz ein, der sich nun „Ehrenmeister des Kreishandwerks“ nennen darf.

Klein zeichnete in seiner Laudatio den Lebensweg des Geehrten nach, der vom Berufsstart im Jahr 1958 an eng mit dem Handwerk verbunden gewesen sei. Sein Weg habe ihn von der Versicherung für Handel, Handwerk und Gewerbe über die Innungskrankenkasse zur Versicherungsakademie geführt, wo Lennartz schließlich Dozent wurde.

Klein: „Ob als Abgeordneter im Bundestag oder als Landrat, er hatte immer ein offenes Ohr für das Handwerk und seine Belange. Er suchte pragmatische Lösungen, wollte wissen, wie etwas geht, statt ständig neue Gründen zu suchen, warum etwas verhindert werden könnte.“

Und als Beispiel verwies der Obermeister auf eine alte Hürther Bäckerei, die sich in den 80er-Jahren habe vergrößern wollen, in der Hürther Verwaltung aber kein Gehör gefunden habe. Dank Lennartz habe die Bäckerei, die heute fast 80 Filialen und 700 Mitarbeiter habe, immer noch in Hürth-Kalscheuren ihren Sitz. Sie hätte sonst nach Frechen umsiedeln müssen, wie Helmut Klein auch erwähnte.

Plädoyer für Digitalisierung

Der umtriebige Sozialdemokrat Klaus Lennartz beließ es als Reaktion auf seine Ernennung zum Ehrenmeister nicht bei einer einfachen Dankesrede, sondern er skizzierte, wohin seiner Meinung nach der Weg des Handwerks führen müsse. „Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind die Begriffe der Zukunft. Dabei haben 50 Prozent der Betriebe heute noch nicht mal ein Budget dafür in ihrem Etat“, so Lennartz. „Wir müssen handeln, bevor Aufträge und auch Arbeitsplätze verloren gehen.“

Weiterhin zeigte er auf, dass in dem Bereich der Speichertechnologien auch die Zukunft des Kreises nach dem Ende der Braunkohleförderung liegen könne, damit der Rhein-Erft-Kreis wieder dorthin aufsteige, wo er nach Lennartz’ Worten schon mal einmal in Europa war: ganz vorne.

 

 

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