An der Efferener Straße in Hürth auf Höhe des Baugebiets Efferen-West ist auf beiden Straßenseiten die Grünbepflanzung  entlang der Lärmschutzwand  gerodet worden.  Wie Klaus Lennartz erfahren hat, weil dort die Wirksamkeit der Lärmschutzwand getestet werden soll.   Jetzt hat der Hürther Politiker die Kreisverwaltung um Auskunft zu den Hintergründen dieser Maßnahme gebeten.

Lennartz: „Es wird erst eine Bepflanzung unterhalb der zu dem Zeitpunkt bereits vorhandenen Lärmschutzwand vorgenommen und dann werden Hecken und Sträucher wieder abgeholzt bzw. zurückgeschnitten, um festzustellen, ob die Lärmschutzwand auch hält was man sich von ihr versprach? Dass diese Messung an der Wand vorgenommen wird, hinter der die Wohnbebauung  grenzt vermag, ich noch zu akzeptieren, aber auch auf der gegenüberliegenden Seite?“

Mit Verlaub, für einen Laien ist diese Vorgehensweise ökologisch wie ökonomisch nicht nachvollziehbar und mutet eher wie ein Schildbürgerstreich, denn nach vorausschauender und nachhaltiger Stadtplanung an. Studien u. a. des Fraunhofer-Instituts belegen zudem, dass die Schallschutzwirkung durch Hecken und Sträucher von betroffenen Anwohnern subjektiv oft besser bewertet wird, als die von Lärmschutzwänden, obgleich die akustischen Messdaten das Gegenteil aussagen. Auch wenn die Gründe dafür weitgehend ungeklärt  sind, ist das Phänomen hinlänglich bekannt und lässt sich nicht von der Hand weisen, so Lennartz.

Lennartz: „Vor diesem Hintergrund frage ich mich, wie Bepflanzungen die Lärmschutzwand in Ihrer Funktions- und Wirkungsweise beeinträchtigen sollen – nach meinem Dafürhalten ist das Gegenteil der Fall. Die Begrünung hatte an dieser Stelle ja nicht zuletzt auch eine gestalterische Funktion, um die triste Betonwand harmonischer in die Landschaft zu fügen. Zudem reduzieren Hecken und Sträucher die Staub- und Luftverunreinigung, wandeln CO2 in Sauerstoff um, wirken sich positiv auf das Mikroklima aus, bieten Sicht- und Windschutz und dienen Vögeln und Insekten als Lebensraum. Umso weniger lässt sich verstehen, warum die Begrünung in dem hier in Rede stehenden Bereich jetzt weichen musste.“

Er habe Kreisdezernent Berthold Rothe deshalb um Auskunft darüber gebeten,  weshalb die Bepflanzung an dieser Stelle tatsächlich gerodet wurde, durch wen dies veranlasst worden war, ob nach durchgeführter Messung eine Neupflanzung vorgesehen ist und wie viel die ursprüngliche Anpflanzung nebst anschließender Rodung, Lärmmessung und ggf. Wiederbepflanzung kosten wird bzw. gekostet hat und durch wen diese Kosten zu tragen sind, so Lennartz weiter.

 

Post Navigation