Tiefbaumängel, Schnittstellenprobleme, überlastete Generalunternehmer – der Glasfaserausbau scheitert selten an der Technik, aber häufig an der Steuerung. Das Beispiel Norderney zeigt, wie externe Fachbegleitung Risiken systematisch beherrschbar macht. Der Glasfaserausbau stellt kommunale Unternehmen nicht nur technisch, sondern vor allem organisatorisch vor erhebliche Herausforderungen. Zwischen Tiefbau, Genehmigungsprozessen, Hausanschlussmanagement, Dokumentation und Aktivierung entstehen komplexe Schnittstellen, an denen Projekte regelmäßig an Tempo und Budget verlieren. Wer diese Risiken unterschätzt, zahlt sie später – in Nacharbeiten, Verzögerungen und gebundenem Kapital. Auf Norderney begann das Projekt nicht mit dem ersten Spatenstich, sondern mit einer systematischen Bestandsaufnahme. Mehr als 100 Gebäude wurden einzeln begangen, technische Realisierbarkeit und hausindividuelle Besonderheiten präzise erfasst. Was nach Verwaltungsaufwand klingt, war in Wirklichkeit die Grundlage für belastbare Bauplanung und Kostenkontrolle – und damit die Voraussetzung dafür, dass spätere Entscheidungen auf Fakten statt auf Annahmen beruhen. Die fachliche Begleitung des Projekts übernahm Rainer Staar, dessen Unternehmen fiberprojects auf technische Baukontrolle, Projektstrukturierung und Behördenkoordination im Glasfaserausbau spezialisiert ist. Die externe Qualitätssicherung wirkte in mehreren Dimensionen gleichzeitig: technische Prüfung der Bauausführung, Unterstützung bei der Einarbeitung externer Kapazitäten, Koordination mit Behörden sowie sachliche Bewertung von Leistungsabweichungen. Als der ursprünglich beauftragte Generalunternehmer die vereinbarten Qualitätsanforderungen nicht erfüllte, wurde die Zusammenarbeit beendet. Eine Entscheidung, die ohne belastbare fachliche Dokumentation kaum durchsetzbar gewesen wäre – weder intern noch gegenüber dem Auftragnehmer. Für Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien liegt die strategische Relevanz auf der Hand. Tiefbau ist der kostenintensivste und zugleich fehleranfälligste Bestandteil eines Glasfaserprojekts. Mängel in der Ausführung wirken sich direkt auf Nacharbeiten, Aktivierungsverzögerungen und letztlich auf Kapitalbindung und Refinanzierungsfähigkeit aus. Externe Qualitätssicherung ist damit kein Zusatzposten im Projektbudget, sondern ein Instrument aktiver Risikosteuerung – mit messbarer Wirkung auf Projektstabilität und Entscheidungsqualität. Die übertragbare Erkenntnis aus Norderney lautet: Glasfaserausbau ist kein Standardbauprojekt, sondern ein spezialisiertes Infrastrukturvorhaben mit hohem Steuerungsbedarf. Wer externe Fachkompetenz erst hinzuzieht, wenn Probleme sichtbar werden, handelt reaktiv. Wer sie von Beginn an integriert, reduziert Projektrisiken systematisch – und stärkt die Governance im Unternehmen. (KEW, 25.02.2026) Ganzer Artikel hier…
