Wer Straßenleuchten nur als Energiesparprojekt begreift, verschenkt strategisches Potenzial. Fulda hat gezeigt, was möglich ist, wenn Kommunen konsequent weiterdenken. Die Modernisierung der Straßenbeleuchtung gilt in vielen Kommunen als klassische Effizienzmaßnahme: Alte Leuchten raus, LED rein, Stromkosten runter. Fulda hat diesen Ansatz von Anfang an weiter gefasst. 688 Straßenleuchten wurden auf LED-Technik umgerüstet und an das adaptive iLCS-Lichtmanagementsystem angebunden, das Helligkeit auf Hauptverkehrsachsen in Echtzeit steuert. Die Einsparungen sind beeindruckend – bis zu 79 Prozent gegenüber konventioneller Lampentechnik. Aber das ist nicht die eigentliche Pointe. Die Leuchte als Plattform Entscheidend ist, was an den 688 Standorten zusätzlich installiert wurde. Verkehrssensoren erfassen Verkehrsströme in Echtzeit und steuern Lichtsignalanlagen. Parkraumsensoren überwachen Stellflächen und helfen, Parksuchverkehr zu reduzieren. Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren liefern Daten zu Hitzeinseln. Bodenfeuchtesensoren optimieren das Grünflächenmanagement. Füllstandsensoren in Altpapier- und Altglascontainern ermöglichen bedarfsgerechte Leerungsintervalle. Die Integration dieser Sensorik – technisch verantwortet von EBERO FAB – erfolgte ohne zusätzliche Masten oder neue Leitungswege. Alle Daten laufen per LoRaWAN in eine kommunale Datenplattform nach DIN SPEC 91357, die der Stadt die volle Datenkontrolle sichert. Die bestehende Beleuchtungsinfrastruktur wird damit zur dezentralen urbanen Serviceplattform. Die strategische Verschiebung Für Stadtwerke und kommunale Entscheider verändert das Fuldaer Modell die Perspektive grundlegend. Investitionen in Straßenbeleuchtung sind keine isolierten Ersatzbeschaffungen mehr – sie sind potenzielle Mehrzweck-Infrastrukturmaßnahmen. Wer bei der Planung systematisch mitdenkt, schafft die Grundlage für neue Dienstleistungen, Datenservices und Kooperationsmodelle, deren Wert weit über die Amortisation der LED-Technik hinausgeht. Die entscheidende Managementfrage lautet deshalb nicht mehr allein: Wann rechnet sich die Umrüstung? Sondern: Welchen Plattformwert kann diese Infrastruktur langfristig entfalten? Fulda hat darauf eine belastbare Antwort gegeben – im laufenden Betrieb. (KEW, 25.02.2026) Mehr Infos hier…

 

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